UCI zieht die Reissleine - plötzlich ohne Weltcup
- Lukas Dennda

- 29. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Man plant eine Saison monatelang. Man richtet alles darauf aus. Training, Rennen, Reisen, Job, alles greift ineinander und dann kommt eine Pressemitteilung, die alles verändert.
Der E-MTB-Weltcup 2026 findet nicht statt.
Für viele ist das einfach eine Schlagzeile, für mich ist es ein Einschnitt.

Eine Saison ohne Weltcup Bühne
Ich habe mich in den letzten Jahren bewusst für den Weg im E-MTB entschieden, mit vollem Commitment. Letzte Saison waren es über 700 Trainingsstunden, rund 14’500 Kilometer und 300’000 Höhenmeter. Dazu ein 6. Platz an der Heim-WM in Bellwald, ein Moment, der mir gezeigt hat, was möglich ist.
Und genau auf dieser Basis habe ich aufgebaut, auch gegenüber meinen Partnern. Ich bin als Weltcupfahrer unterwegs, mit dem Ziel, mich ganz vorne zu etablieren.
Umso härter trifft es mich, dass diese Plattform im 2026 einfach wegfällt.
Natürlich verstehen das alle irgendwo. Aber es bleibt ein komisches Gefühl, wenn du Sponsoren etwas verkaufst, das plötzlich nicht mehr existiert.
Ganz überraschend kam es nicht
Ehrlich gesagt: Ich hatte schon länger ein komisches Gefühl.
Nach dem letzten Rennen hiess es, der Kalender komme bald. Dann wurde es still. Nachfragen liefen ins Leere. Ab Januar kam gar nichts mehr zurück. In unserem Umfeld war schnell klar: Da stimmt etwas nicht und trotzdem musst du planen.
Ich arbeite neben dem Sport als Lokführer, ich kann nicht einfach spontan frei nehmen. Rennwochenenden müssen früh fixiert werden. Also habe ich meine Saison bereits ohne Weltcup aufgebaut.
Dass sich diese Vorahnung jetzt bestätigt hat, ist trotzdem bitter. Die "Wachstumsziele wurden nicht erreicht" ist der Grund der UCI.
Und jetzt?
Das Verrückte an der ganzen Situation: Ich fühle mich aktuell so gut wie noch nie.
Genau das macht es schwierig und gleichzeitig motivierend. Wenn du merkst, dass die Form da ist, willst du sie nutzen. Du willst Rennen fahren und Resultate heimbringen.
Mein grosses Ziel bleibt klar: Die Weltmeisterschaft in Val di Sole Ende August.
Dorthin will ich in absoluter Topform hinfahren.
Neue Wege, neue Rennen
Ohne Weltcup heisst es umdenken und genau das mache ich jetzt bewusst.
Ich setze dieses Jahr stark auf die Bosch eMTB Challenge. Ein Format, das sich richtig gut entwickelt hat. Technisch, abwechslungsreich, mit einer coolen Stimmung im Feld. Mit Rennen in Davos und Verbier haben wir sogar zwei Läufe in der Schweiz.
Dazu kommen weitere Einsätze wie das E-MTB Rennen des Slovak E-Bike Cup in Eisenberg (DE) oder der UCI Marathon am kommenden Samstag. Am 09.Mai kehre ich nach vielen Jahren Abwesenheit, bei der Berner Rundfahrt, zu einem Nationales Strassenrennen zurück.
Ich nutze die Situation, um mich wieder etwas breiter aufzustellen, neue Reize zu setzen, neue Erfahrungen zu sammeln und trotzdem dabei immer den Blick auf mein Hauptziel zu haben.

Natürlich hoffe ich, dass sich im Hintergrund etwas bewegt. Dass sich ein Organisator findet, der den Weltcup wieder auf die Beine stellt. Der Sport hätte es verdient und hat so viel Potential.
Vielleicht ist genau das aber auch eine Chance. Für neue Formate. Für neue Ideen. Für einen Schritt nach vorne im E-MTB Racing.
Ja, die Situation ist alles andere als ideal, aber ich verschwende keine Energie, mich darüber zu ärgern.
Ich bin fit, ich bin motiviert und ich habe Bock, Rennen zu fahren.
Also mache ich genau das!
Ride On, Lukas
©Ableitungen und Formulierungen aus dem Zeitungsartikel von Pomona Media, Alban Albrecht



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